Der Hildesheimer Heimat- und Geschichtsverein e. V. wurde 1981 gegründet. Er ist Folgeverein des bereits 1932 gegründeten Hildesheimer Heimatbundes, einer Ortsgruppe des Niedersächsischen Heimatbundes. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, Geschichte, Kultur und Heimatpflege im Raum Hildesheim zu fördern.
Die Vorträge im Riedelsaal finden in Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim statt. Zur besseren Planung möchten wir Sie bitten, sich nur für die Führungen und die Adventsfeier vorab anzumelden. Sie erreichen die Kolleginnen bei der VHS unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 05121 9361-112 bzw. 05121 9361-113.
Aktuelle Termine
Mittwoch, 17. Juni 2026, 17.00 Uhr
Dr. Julia Zech, Bistumsarchiv Hildesheim:
Vortrag »Burg Steuerwald – ein Stück Geschichte der Region Hildesheim«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Im 14. Jahrhundert, als es immer wieder Konflikte zwischen der Stadt Hildesheim und den Bischöfen gab, wurde die Burg Steuerwald zur bevorzugten Residenz der Hildesheimer Landesherren: weit genug entfernt von der Stadt, um den Konflikten zu entgehen – und gleichzeitig nah genug, um ihre bischöfliche Macht zu demonstrieren; die Entfernung zum Hildesheimer Domhof beträgt schließlich gerade einmal rund drei Kilometer. In ihrem Vortrag zeigt die Referentin, wie bedeutend und wechselhaft die Geschichte der Burg Steuerwald über die letzten 700 Jahre war. Gemeinsam wird ein Blick auf die Einflüsse und Veränderungen geworfen, die diese Burg im Laufe der vielen Jahrhunderte erlebt hat.
Mittwoch, 1. Juli 2026, 17.00 Uhr
Treffpunkt: 16.45 Uhr im Innenhof, Keßlerstraße 57
Lothar Meyer-Mertel, Loge Pforte zum Tempel des Lichts:
Führung durch das Logenhaus in der Keßlerstraße 57
In der Hildesheim Bevölkerung hält sich für das Logenhaus hartnäckig nach wie vor die Bezeichnung Dompropstei, als welche sie 1534 durch den Propst Graf Otto von Schaumburg errichtet und genutzt wurde. Dabei befindet sich das Haus bereits seit 1804 im Besitz der Freimaurer. 1633, im Dreißigjährigen Krieg, wurden große Teil des Hauses durch einen Brand zerstört, lediglich der Gewölbekeller und die Torgebäude aus dem Jahr 1583 blieben verschont, 1662 wurde das Gebäude in seiner heutigen Form wiederaufgebaut, 1822 um einen Anbau erweitert. Im Rahmen des Verbotes der Freimaurer und der damit zusammenhängenden Enteignung durch die Nationalsozialisten 1936 wurde das Gebäude durch den Reichsluftschutzbund genutzt. Während des Krieges diente der Gewölbekeller den Anwohnern der Umgebung als Luftschutzbunker. 1948 wurde das Gebäude den Freimaurern zurück übereignet. Heute gilt das Logenhaus als eines der schönsten historischen Gebäude Hildesheims. Im Rahmen der Führung werden der historische Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert, der Barocksaal im Erdge-schoss, sowie der sonst nur selten zugängliche »Tempel« der Freimaurer gezeigt. Im Rahmen der Führungen wer-den auch Fragen zur Freimaurerei im Allgemeinen und zur Hildesheimer Loge im Besonderen beantwortet.
Mittwoch, 8. Juli 2026, 17.00 Uhr
Treffpunkt: 16.45 Uhr vor der Friedhofspforte in der Teichstraße
Martina Herkelmann, Hohenhameln
Besuch des jüdischen Friedhofs an der Teichstraße
Friedhöfe sind Bibliotheken im Freien, Grabsteine sind ihre Bücher. Auf dem Jüdischen Friedhof an der Teich-straße, einer der größten Friedhöfe seiner Art in Norddeutschland, erzählen uns über 350 »Bücher« vom Leben des Hildesheimer Judentums aus drei Jahrhunderten. Wir lesen in hebräischer, deutscher und in englischer Schrift von Männern, Frauen und Kindern, von Alten und von Jungen und von einem Massengrab und wir sehen interessante Symbole, die viel über die dort ruhenden Menschen aussagen. So erhalten wir einen Einblick in ein bedeutendes kultur- und sozialgeschichtliches Zeugnis unserer Stadt. Bitte beachten Sie: Beim Gang über den jüdischen Friedhof benötigen Männer eine Kopfbedeckung als Zeichen des Respekts. Der Friedhof ist nicht barrierefrei.
Mittwoch, 15. Juli 2026, 17.00 Uhr
Treffpunkt: 16.45 Uhr im Domfoyer, Domhof 18 – 21
Dr. Pavla Ralcheva, Dommuseum Hildesheim
Führung »Archivsequenzen aus dem historischen Fotoarchiv«
Zum Ausklang: Geselliges Beisammensein bei Brot und Wein im Domfoyer
Das umfangreiche Fotoarchiv des Dommuseums wurde ursprünglich zu Dokumentationszwecken angelegt und führte bislang ein stilles Dasein im Museumsdepot. Mit der Ausstellung rückt dieser außergewöhnliche Bestand erstmals in den Fokus der Öffentlichkeit. Eine Auswahl von Foto-Objekten veranschaulicht die hohe ästhetische und handwerkliche Qualität der Aufnahmen. Sie erzählen zudem über die Rezeption und Inszenierungsstrategien früherer Generationen von Forschern und Fotografen und gewähren zugleich einzigartige Einblicke in die zahl-reichen Metamorphosen von Dom, Dommuseum und Domschatz. Eine eigens entwickelte Online-Plattform wird die Fotosammlung des Dommuseums darüber hinaus virtuell zugänglich machen und neue Möglichkeiten für Forschung und Vermittlung eröffnen.
Mittwoch, 19. August 2026, 17.00 Uhr
Dr. Tobias Uhlig, Nds. Landesamt für Denkmalpflege, Braunschweig
Vortrag »Die Schlacht bei Lutter am Barenberge 1626«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Not, Leid, Tod – vor bald 400 Jahren begann eine lange und schwere Zeit für die Menschen im heutigen Niedersachsen. Am 27. August 1626 unterlag das Heer des protestantischen Dänenkönigs Christian IV. und seiner norddeutschen Verbündeten bei Lutter am Barenberge katholisch-kaiserlichen Truppen. Unmittelbare Folge war, dass der seit 1618 tobende »Dreißigjährige Krieg« nun auch in den Norden Deutschlands kam. Riesige Heere zogen durch und verwüsteten weite Gebiete, ganze Landstriche verödeten, die Menschen flohen in die Städte. Gewalt war an der Tagesordnung und vielerorts brach die alte Ordnung phasenweise ganz zusammen. Diese Epoche hat aber neben der historischen Überlieferung auch materielle Zeugnisse hinterlassen, die verborgen im Boden liegen. Sie können neue Erkenntnisse zu den Geschehnissen des Jahres 1626 und der Folgezeit liefern. Bezirksarchäologe Tobias Uhlig legt den Fokus in seinem Vortrag neben der Schlacht vor allem auf die Folgen des Krieges für unsere Region.
Mittwoch, 2. September 2026, 17.00 Uhr
Dr. Gudrun Pischke, Bovenden
Vortrag »Der Dreißigjährige Krieg in der Region«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Der mit dem Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 begonnene Dreißigjährige Krieg erreichte Ende 1625 das Hochstift Hildesheim und endete 1651 mit dem Abzug der einquartierten schwedischen Truppen. Einleitend geht es um die Fragen, wie der Krieg in die Region kam und welche Kriegsparteien seit wann und wie lange beteiligt waren. Stadt und Umland wurden 1626, 1632/33 und 1641 durch kaiserliche, ligistische, dänische, schwedische oder lüneburgische Truppen mit Einquartierungen, Besatzung, Beschießung, Belagerung, Geld- und Lebensmittel-forderungen geschädigt. Der Bergflecken Moritzberg wurde gänzlich zerstört; umliegende Dörfer eingenommen, besetzt, geplündert, verheert.
Mittwoch, 16. September 2026, 17.00 Uhr
Michael Adam, Bad Hersfeld
Geschichtlich-literarischer Abend rund um den Roman »Die Rache des Zwillings«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
In seinem historischen Roman »Die Rache des Zwillings« stellt Michael Adam den Lebensweg eines jungen Mannes in dem Mittelpunkt, der unter sehr speziellen Umständen in Kassel geboren und im Kloster Zella aufge-zogen wird, bevor er mit Graf Tilly durch das Heilige Römische Reich im Dreißigjährigen Krieg zieht. Die beiden dramatischen Schluss-Kapitel widmen sich dabei den Geschehnissen des »Hildesheimer Gastmahls« anno 1640, das als Banersches Trinkgelage in die Geschichte einging.
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 17.00 Uhr
Tobias Lembke, Stadt Hildesheim
Vortrag »Die Geschichte der Bodendenkmalpflege in der Stadt Hildesheim: Von der ersten Ausgrabung an der Pippelsburg 1721 bis zur Fachstelle in der Verwaltung«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Die Bodendenkmalpflege in Niedersachsen erfüllt einen gesetzlichen Auftrag, der insbesondere auf kommunaler Ebene in den Unteren Denkmalschutzbehörden umgesetzt wird. Ein einheitliches Denkmalschutzgesetz für das Bundesland Niedersachsen wurde allerdings erst 1978 erlassen und einheitliche Reichs- oder Bundesgesetze existierten bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung wird die Geschichte der Bodendenkmalpflege der Stadt Hildesheim erläutert.
Dienstag, 27. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Professor Dr. Christian Scholl, Stiftung Universität Hildesheim
Vortrag im Rahme der Andreas-Akademie »Raum für Versöhnung: Der Wiederaufbau von St. Andreas in Hildesheim 1956 – 65« Beginn: 19.00 Uhr, Veranstaltungsort: Andreashaus Hildesheim
Lange war das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hildesheimer Andreaskirche unklar. Dann aber gelang in einem bemerkenswerten Kraftakt die Wiedererrichtung: St. Andreas wurde 1965 als letzte der großen mittelalterlichen Kirchen Hildesheims in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Bis heute prägt der Bau das Stadtbild und gibt sich im Inneren als markantes Zeugnis der 1960er Jahre zu erkennen. Der Vortrag nimmt das Resultat dieses Wiederaufbaus in den Blick, der unter der Leitung von Ernst Witt erfolgte: als durchgestimmtes Ensemble von Architektur und Ausstattung, das Arbeiten zahlreicher weiterer Künstler mit einbezieht. Es sollen die Sinne für die besondere Ästhetik dieses Kirchenraums geschärft werden, der auf program-matische Weise herb geraten ist. Außerdem geht es um das theologische Konzept, das das dem Wiederaufbau zugrunde liegt und das facettenreich um das Thema »Versöhnung« kreist: St. Andreas als gebauter und durchge-stalteter Raum, um Menschen zum Frieden zu bewegen.
Mittwoch, 11. November 2026, 17.00 Uhr
Dr. Sebastian Messal, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
Vortrag »Die Feste Calenberg – eine welfische Burgruine bei Schulenburg«
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Die Feste Calenberg ist eine historische Burgruine. Sie wurde erstmals am Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt und war ursprünglich eine Turmburg, die von Otto dem Strengen gegen die Bischöfe von Hildesheim errichtet wurde. Die Burg gab der Region ihren Namen »Calenberger Land«. Die Feste Calenberg diente den welfischen Herzögen als Residenz und Verwaltungssitz. Im Laufe der Jahre wurde sie mehrmals erweitert und nahm schließ-lich die Form einer quadratischen Burganlage an. Während der Hildesheimer Stiftsfehde konnte die Feste Calenberg 1519 einer fast vierwöchigen Belagerung standhalten. Im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage zerstört und später niedergelegt, da sie den militärischen Anforderungen nicht mehr entsprach. Nach 1690 wurden auch das Schloss und die Amtsgebäude abgerissen. Heute sind noch oberirdische Reste der einst stattlichen Befestigungs-werke zu sehen, darunter der Wall, der Batterieturm und Teile der Kellergewölbe unter dem Schloss.
Mittwoch, 25. November 2026, 17.00 Uhr
»Alles Alte sollen wir lieben … aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben« Erinnerungen an Professor Dr. Herbert Reyer (1949 – 2026)
Ort: Riedelsaal der VHS, Pfaffenstieg 4-5
Seit seinem Dienstantritt als Archivdirektor und Leiter des damaligen Stadtamtes 42 Stadtarchiv und Stadtbibliothek am 1. September 1992 hat sich Herbert Reyer im Hildesheimer Heimat- und Geschichtsverein e. V. engagiert, zunächst im Beirat, dann als sein 2. Vorsitzender, 1996 trat er schließlich die Nachfolge von Rudolf Thomasius als 1. Vorsitzender an. Über 20 Jahre prägte er die Arbeit des Vorstands und setzte eigene Akzente in der Programmgestaltung, bei der Herausgabe von Publikationen sowie der Unterstützung von Projekten, wie etwa der Wiederrichtung der Kaiserhausfassade. In der Öffentlichkeit wurde er als Gesicht des Vereins wahrgenommen, die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft würdigte 2015 seine Aktivitäten für die Hildesheimer Landes- und Orts-geschichte. An diesem Abend wollen wir auf gemeinsame Projekte zurückblicken und in einer Reihe von kurzen Beiträgen an die Vielfalt seiner historischen Interessen erinnern.
Mittwoch, 9. Dezember 2026, 15.00 Uhr
Adventsfeier
Ort: Michaeliskloster (Parkplätze je nach Besucherfrequenz im Haus auf dem Gelände vorhanden)
Kostenbeitrag für Verpflegung 12,00 € (wird in der Pause eingesammelt)
Wir freuen uns über eine rege Teilnahme an unserer traditionellen Adventsfeier im Michaeliskloster mit einem umfangreichen, wie immer musikalisch umrahmten Programm! Ausreichend Zeit für das gemütliche Kaffeetrinken nehmen wir uns aber selbstverständlich auch …


